Europameisterschaft 2008 – die erste Woche
Das Experiment wird fortgesetzt. Und es ist nicht einfach …
Meine Liebe zum Fußball ist ja bekannt. Diese Liebe ist ungefähr so, wie dieses Zitat, welches ich am Samstag in der der Zeitung der Tagesspiegel gelesen habe:
Mich auf Fußball anzusprechen, ist etwa so sinnvoll wie Stevie Wonder auf Rembrandt oder Dieter Bohlen auf “Fidelio”. Sie kriegen eine Meinung, aber bar jeder Autorität! (Roger Boyes, The Times)
Ich hatte mich in der letzten Woche für das EM-Tippspiel auf hamburg.de angemeldet. Ich habe auch die Spiele vom ersten Sonntag getippt. Was ich aber nicht bedacht hatte, ich muss ja jeden Tag tippen! Was für ein Aufwand. Es ist nun so, dass ich die ganze Woche nicht getippt habe und somit wird es wohl nix mit der Reise nach Oslo – also dem dritten Preis beim Gewinnspiel. Ob es noch sinnvoll ist, heute wieder einzusteigen?
In der ersten EM2008 Woche bin ich auch recht nachdenklich über meine Mitmenschen geworden. Am Donnerstag – oder war es der Mittwoch? – hat Deutschland gespielt. Der Start des Spiels war gegen 18:00 Uhr und somit direkt im Anschluß zum Feierabend. Die Kollegen haben sich das Spiel im großen Besprechungsraum über den dort installierten Beamer angeschaut. Auf die Frage hin, ob ich nicht auch schauen möchte, habe ich die fatale Antwort gegeben, dass ich wichtigers vor habe. Oh mein Gott! Deutschland spielt und ich habe was wichtigeres vor- das Entsetzen meiner Kollegen war extrem groß – gut, am Ende des Spiels mußten sie noch mehr verkraften. Ob ich meine Kollegen nicht mag, war eine der harmlosesten Fragen. Doch, ich bin gern mit Ihnen zusammen. Aber beim Fußballspiel kann sich doch nicht unterhalten werden. Es geht doch nur um Fußball und wie meine Kollegen gespielt hätten, wenn Sie dort auf dem Platz gestanden hätten. Sehr nette Unterhaltung …
Am nächsten Tag war in der Firma eine miese Stimmung. Als Nichtfußballversteher habe ich dies sofort gemerkt. Deutschland hatte verloren – und wenn man der Presse glaubt, zu recht. Die gedrückte Stimmung wurde wahrscheinlich auch durch das eine oder andere Bier hervorgerufen. Dicker Schädel und eine Niederlage, dass paßt dann doch nicht zusammen. Ich habe mich gefragt, ob ich mein Experiment nicht abbrechen soll. Mich also einfach wieder aus dem Thema Fußball zu verabschieden. Es interessiert mich einfach nicht. Über twitter wurden mir dann Tipps für ein T-Shirt gegeben. Nun, bei solchen Sprüchen halte ich mich dann doch zurück. Was hat das eine mit dem andren zu tun? Die Diskussion wurde aber noch weitergeführt und es kamen noch weiter T-Shirt-Spruch-Vorschläge. Nach diesen Twitter-Sprüchen war für mich klar, ich werde mich von der EM2008 verabschieden, nicht mehr im Tipp-Spiel tippen und mich auch nicht mehr an den Diskussionen zur EM2008 beteiligen. Ich mag kein Fußball und habe keine Ahnung davon – und – ich stehe auch dazu!
Das schöne ist, dass nach der EM2008 die Fußball-Fans wieder zu Kollegen und Freunden werden, mit denen man sich dann wieder gern in einer Kneipe treffen kann. Es gibt dann auch wieder viele Themen, über die man sich Unterhalten kann. Meist wird dann auch viel gelacht – aber das Wichtigste ist, dass die über Jahrtausende gelernte Zivilisation des Menschen dann erhalten bleibt.




