3. barcamp in Hamburg 2009
Am 13. und 14. November 2009 war es mal wieder soweit. Es wurde zum 3. barcamp in Hamburg eingeladen. Das interesse war wie immer groß, bereits 3 Stunden nach der Eröffnung der Anmeldeseiten waren alle 400 Plätze vergeben und die Liste der Nachrücker wurde immer länger. Ich hatte dieses Jahr das Glück gleich auf der bestätigten Liste zu sein.
barcamp – die selbstorganisation einer Veranstaltung
Es war mein erster Besuch auf einem barcamp. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt, wie so eine selbst verwaltete Veranstaltung abläuft. Ich war positiv überrascht. Es war alles super organisiert. Insbesondere hat mich das große Arrangement von Otto überrascht, die Ihr Konferenzzentrum und das sehr gute Essen für die Veranstaltung gespendet haben. Auch die anderen Sponsoren, die für das leibliche Wohl gesorgt haben, muss ein großer Dank ausgesprochen werden. Hier zählen Pure Tea, Kaffee-Bazar und Saftblog. Somit wurde eine sehr gute Atmosphäre zum Networking zwischen den Teilnehmern geschaffen; bei einem Kaffee, Tea oder Saft lässt es sich einfach viel besser reden.
Sessions, Sessions, Sessions
Das Networking ist natürlich nur die eine Hälfte einer solchen Veranstaltung. Es sind natürlich auch die vielen Vorträge der Gäste, die zu den verschiedensten Themen gehalten wurden. Natürlich ging es um die Trendthemen google-wave, zu dem es am zweiten Tag alleine drei Sessions gab. Aber auch Nebenthemen wie die Vorgehensweise von Headhuntern im Netz und damit ganz wichtig, wie sollte ein Xing-Profil aufgebaut sein, wurden gehalten.
Eine sehr interessante Session war auch am Freitag die Überlagerung von realen Bilder mit digitalen Informationen von einem Mitarbeiter der Volkswagen Nutzfahrzeuge. Mit Hilfe von 3D-Brillen werden dem realen Bild weitere Informationen hinzugefügt, z.B. die Dokumentation von technischen Geräten, um dem Techniker genau die Schraube zu zeigen, die im nächsten Schritt gelöst werden muss. Oder auch die Möglichkeit den Nutzer von neuen Automobilen in einem sehr frühem Stadium mit den Entwicklern dieser neuen Autos zusammen zubringen. Der Nutzer steigt in ein reales Auto ein, über die 3D-Brille wird ihm jedoch der neue Innenraum eingespielt. Ich finde dies eine sehr faszinierende Technik, um Fehlentwicklungen in der Automobil-Branche zu vermeiden. Ich war hier am Freitag noch sehr skeptisch, ob über diesen Weg wirtschaftliche Fahrzeuge hergestellt werden können, weil die Anforderungen der Verbraucher sehr verschieden sind. Aber nach der Diskussion in der Session wandelte sich meine Meinung. Das derzeitige Nischendenken der Automobilhersteller zeigt, dass es der richtige Weg ist. Über das Baukastenprinzip lassen sich sehr schnell und wirtschaftlich verschiedenen Modelle herstellen.
Eine weitere nennenswerte Session waren die Erfahrungen von Tchibo-Ideas. Zwei Mitarbeiter von Tchibo haben das Projekt und die Erfahrungen nach einem Jahr Laufzeit präsentiert und dass es bereits vier Produkte in die Themenwelten von Tchibo geschafft haben. Ich fand es interessant zu hören, dass die Rechte an der Idee immer beim Ideengeber verbleiben. Nur in den ersten drei Jahren verpflichtet sich man zu einer gemeinsamen Vermarktung mit Tchibo.
In einer sehr technische Session ging es um noSQL. Zunehmend geraten rationale Datenbanken an ihre technischen Grenzen, die auch nicht mehr mit Clustering gelöst werden können. Es müssen sich nur einmal die verteilten Datenbanken von google und facebook angeschaut werden. Es wurde die Behauptung aufgestellt, dass facebook derzeit täglich 10 defekte Datenbankserver hat. Würden die in einem Cluster sein, so muss der gesamte Cluster 10 mal am Tag neu gestartet werden. Das diese nicht geht leuchtet jedem sofort ein. Somit diese Probleme über andere Wege zu lösen. D.h. welche Daten sind wirklich wichtig, um sie in rationalen Datenbanken abzuspeichern, z.B. Payment-Daten mit transaktionen. Auf der anderen Seite sind Daten wie einer Freundschaftsanfrage, oder ein Ranking von einer Seite flüchtige Daten, die auch zu einem späteren Zeitpunkt aktualisiert werden können. Lösungen auf dem Markt sind z.B. couchdb, mongodb aber auch die Entwicklungen von Amazon S3.
Und natürlich waren da auch die vielen Sessions zu den Themen mobil, payment, musik, netvibes, Geschäftsgründungen und und und.
Fazit
Der barcamp 2009 in Hamburg war eine gelungene Veranstaltung. Den Referenten der verschiedenen Sessions, die Veranstalter und auch die Sponsoren gehört ein großes Dankeschön. Ich werde im nächsten Jahr wieder dabei sei und dann ebenfalls ein Thema als Referent vorschlagen.
… noch ein Nachtrag, die Anzahl der Teilnehmer, die ein Apple, ein Windows-PC oder ein Netbook hatten war meiner Meinung nach gleichverteilt. Bei der Anzahl der Smartphones hat nach meiner Wahrnehmung das iPhone klar gegenüber Anroid gewonnen (auch ein Palm Pre und einige Nokia S60-Geräte wurden gesichtet). Aber egal welches Betriebssystem oder welches Smartphone genutzt wurde, getwittert wurde mit allen Endgeräten!




