Radiopreis und andere Galas
Am Freitag, den 17. September 2010, war es soweit. Die Radio-Sender haben sich selber gefeiert und die Sendung erst live bei 27 Radio-Sendern und anschließend auf N3 als Aufzeichnung im Fernsehen übertragen. Die Show war genauso wie bei einer Gala im Fernsehen. Ich mag diese Art von Sendungen nicht! Warum? Hier die Erklärung:
Es werden Moderatoren geehrt für eine besonders gute Sendung oder ein besonders gutes Interview. Es wird eine Laudatio gesprochen, es kommt eine Wiederholung der entsprechenden Sendungen. Dann kommt der Preisträger oder die Preisträgerin und bedankt sich bei Mutti, Papa, allen ihnen nachstehenden Freunden und Bekannt und manchmal auch beim Team, die diesen Erfolg erst möglich gemacht haben. Alles extrem langweilig für mich, alles ist nur eine riesige Show und fertig. Und dann wird eine solche Radio-Sendung auch gleich parallel auf mehreren Sendern in Schleswig-Holstein gesendet (NDR2, RSH ggf. noch weitere, ich hatte keine Lust mir noch mehre Sender anzuhören).
Was aber hat den Erfolg einer Sendung erst möglich gemacht? Das TEAM! Und das Team fängt an beim Redakteur, der sich die Recherche zu einem Thema macht, geht über die Programm-Verantwortlichen, die die Produktion in den Sendeplan aufnehmen, über die Techniker, die die Sendung schneiden und senden, bis hin zur Putzfrau, die dafür sorgt, dass ich alle im Büro wohl fühlen. Der Lohn des gesamten Teams ist dann, dass die Leute vor dem Radio die Sendung hören und damit die Quoten stimmen. Wenn die Sendung gut war, dann wird die Sendung oder die Idee der Sendung für andere Produktionen wiederholt. Fertig.
Ich als Konsument schenke dann meine Aufmerksamkeit einer guten Sendung, einem Film oder auch einer Zeitung, einer WebSeite. Und wenn das ganz viele Konsumenten oder User machen, wird ein Format erfolgreich. Wenn es schlecht gemacht ist, wird Konsument oder User das Angebot nicht mehr nutzen und das Team muss sich überlegen, wie es gegensteuern kann. Ob ein Angebot erfolgreich ist, läßt sich über viele unabhängige Statistiken ablesen. Und dass sich dann die Macher für die verschiedenen Formate feiern, kann ich auch gut nachvollziehen. Aber wenn ich nur etwas konsumiere, dann sind mir solche Feiern egal. Mir sind die Schauspieler, Moderatoren, Programmmacher egal, weil die einfach einen guten Job machen sollen, damit ich mich gut unterhalten kann. Ich habe keine Lust mir Feste anzuschauen, bei denen sich andere feiern.
Natürlich gibt es auch Formate, in denen genau diese Medien-Menschen vorgestellt und interviewt werden. Und es ist dann auch interessant solche Sendungen zu verfolgen, weil es hier um die besondere Einzelleistung oder die Ansichten einer Person geht. Hier werden wirkliche Hintergrundberichte und Informationen vermittelt. Bei einer Gala steht diese Art der Information aber nicht im Vordergrund; hier geht es ausschließlich um das sich selber feiern und präsentieren. Und so eine von Sendung mag ich nicht, egal ob im Fernsehen oder wie 2010 zum ersten Mal im Radio …




